Kugeltopf
Kugeltopf

Kugeltopf aus dem Katinger Watt

"Die vorherrschenden hohen Krüge des 14. Jahrhunderts haben drei Standknubben oder -füße, Drehriefen auf dem oft zylindrisch geformten Hals, der oben ausbiegt und in einem kräftig profilierten, hochgezogenen Rand in Kragenform endet.Sie haben oft eine Ausgußschneppe."

(Peter Hartmann: Keramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit aus Nordfriesland. Offa-Bücher, Bd. 32. Neumünster, 1972).

Der Kugeltopf wurde im März 1931 in einem Brunnenloch im Katinger Watt (zusammen mit weiterer, teils rheinischer Keramik, sowie dem "Maurischen Krug") entdeckt und unmittelbar in den Bestand des Museums übernommen.

Fenster schließen

Siegel der Kirche
Siegel der Kirche

Siegel der Kirche St. Peter

Die dem Ersten Apostel geweihte Kirche ist nicht die älteste unter den insgesamt 18 Gotteshäusern auf Eiderstedt gewesen. Ihre Entstehung wird um 1200 angenommen - rund 100 Jahre nach St. Magnus, der ersten in Tating. Aus der Frühzeit hat sich der romanische Zwischenchor (ohne den Ostbogen) erhalten.

Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Kirche zu dem kleinen Ortskern "Ulsturp". Erst später übernahm dieser den Namen der Kirche. [Aus "Ulsturp" entstand die Bezeichnung der Gemarkung Olsdorf.] Zudem gab es auch die Halbinsel Eiderstedt noch nicht, denn die Schiffsharde (Insel) "UTHOLM" bildete bis zum Deichumschluß zu Beginn des 17. Jahrhunderts den westlichen Kern des heutigen Ganzen.

So lautet daher die Inschrift des Kirchensiegels "SIGILLUM PAROCHIE VLSTORPIA VTHOLM +" ("Siegel der Pfarrkirche Ulsturp [auf] Utholm"). Es stammt in dieser Gestalt von 1376. Allerdings ist der im Bild gezeigte Siegelstempel eine Ausführung aus dem 19. Jahrhundert).

Das Siegel enthält die gekreuzten Schlüssel des Apostels mit kugelbewehrten eckigen Griffen und abgewendeten Bärten, darunter Halbmond und sechsstrahliger Stern.

Fenster schließen

Handnähmaschine
Handnähmaschine

Handnähmaschine "The Little Wanzer"

Seit wann gibt es Nähmaschinen? Es läßt sich kein alleiniger Erfinder der Nähmaschine benennen, denn die frühen Konstruktionen bewährten sich noch nicht in der Praxis. Bereits 1755 hatte Charles Frederic Weisenthal in England ein mechanisches Werk ersonnen. 1814 wurde dem Wiener Schneidermeister Madersperger ein Patent erteilt. Doch erst 1846 brachte Elias Howe in Massachusetts eine funktionstüchtige Maschine auf den Markt. Die ersten fabrizierten Nähmaschinen kamen 1854 aus Amerika nach Europa. Das Museum besitzt unter anderen auch eine solche frühe Taylor-Handnähmaschine von 1856. Bald schossen auf dem europäischen Kontinent zahlreiche Manufakturen aus dem Boden.

Dieses Bild zeigt "The Little Wanzer", welche von der "R. M. Wanzer & Co. Sewing Machine Company Limited" in London als Serienmodell wahrscheinlich bereits 1868 hergestellt worden ist. Sie arbeitet mit einem Schiffchen, das im seitlich offenen Eisengußgehäuse liegt. Der Rahmen hat eine C-Form, die Handkurbel bedient eine Zahnradübertragung. Immerhin ruht das Maschinchen auf sogar einer massiven Marmorplatte!

Der Gardinger Malermeister Theodor Jensen hat die Nähmaschine im Jahre 1936 dem Museum geschenkt, sie ist noch funktionsfähig.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Handnähmaschine"

Fenster schließen

Fayance-Teller
Fayance-Teller

Fayance-Teller aus Westfriesland

Fayence-Keramik ist in Europa erst im Übergang zum 17. Jahrhundert bekannt geworden. Sie ist gekennzeichnet durch ihre Zinnglasur, welche sie dem Porzellan sehr ähnlich macht. Nach Europa gelangte sie über den Mittelmeerraum, ihre Herkunft liegt im südlichen Asien (Samarkand, Persien). Die Handelswege verliefen von Teheran aus über Konstantinopel nach Venedig und Mitteleuropa zu den Niederlanden, oder über Nordafrika nach Spanien (Malaga). Die Insel Mallorca prägte die Bezeichnung "Majolika", die Stadt Faenza in der Poebene den Gattungsnamen "Fayenca". Zum wichtigsten Handels- und Manufakturzentrum wurde im 17. Jahrhundert die niederländische Stadt Delft.

Der Begriff "Westfriesland" läßt sich geographisch nicht eng umgrenzen. Von der ursprünglichen historischen Region "Friesland" stellt er nur einen Teil der heutigen niederländischen Provinz Nordholland dar. Auch in diesem nördlichen Bereich der frühen Niederlande waren Manufakturen ansässig, die Fayencen herstellten. Voraussetzung ist die Gewinnbarkeit geeigneter Tonerde. Ein noch östlicher gelegener Manufakturort war das ostfriesische Jever.

Das Museum besitzt einige Teller und Platten aus Westfriesland. Zu letzteren gehört die hier abgebildete Platte mit breiter Fahne und einem reichhaltigen Blumendekor um eine zentrale Sonnenblume herum. Trotz der verschiedenen Farbstufen bestimmt auch hier das charakteristische Blau den Gesamteindruck.

Fenster schließen

Model Hoyersworth
Model Hoyersworth

Herrenhaus HOYERSWORTH
im Modell

Das "Adlige Gut im Kirchspiel Oldenswort" ist 1564 eine Schenkung des Gottorfer Herzogs Adolf an den Eiderstedter Staller Caspar Hoyer (1528-1594) gewesen. Dieser erbaute auf dem Grund ein Schloß, welches bei seinem Tode noch unvollendet war. 1631 erwarb es die Herzogin Auguste, unter den weiteren Besitzern folgte 1648 der Geschichtsschreiber Christian Danckwerth aus Husum, nach ihm viele andere. 1771 kam es in den Besitz des aus St. Peter stammenden Boye Hamkens (1716-1793), dessen Nachfahren das Haus zwischenzeitlich verkauft haben.

Während der Belagerung der Festung Tönning im Jahre 1713 wohnte der dänische König Friedrich IV. im Haus und nahm am 20. Mai die Kapitulation des schwedischen Grafen Steenbock entgegen.

Das Modell zeigt das Herrenhaus im Zustand um 1900, Rainer Braunschweig aus Hamburg hat das Modell der Anlage im Maßstab 1:200 für die Ausstellung "Eiderstedt in der Neuzeit" geschaffen.

Fenster schließen

Vestung Tönningen 1723
Vestung Tönningen 1723

"Vestung Tönningen 1723"
Kupferstich aus einem Städtebuch

Die Festung Tönning hat weniger während des Dreißigjährigen Krieges als rund 60 Jahre später während des Nordischen Krieges eine kriegsgeschichtliche Rolle gespielt: 1700 und 1713 wurde sie belagert, im ersten Falle durch Beschießung teilweise erheblich zerstört. Der dänische König Friedrich IV. ließ sie nach ihrem Fall 1714 schleifen.

David Faßmann (1683-1744) aus Wiesenthal im Erzgebirge ging mit der Mode der Zeit und versammelte Arbeiten von zahlreichen Druckern. Dieser Kupferstich stammt aus seinem Werk "Der auf Ordre und Kosten seynes Kaysers reisende Chineser ..", das 1721 bis 1733 in Leipzig in Folgen gedruckt worden ist.

Dieser Druck hat die Maße 22 x 18,8 cm und ist 1933 vom Tönninger Buchbinder Rehder dem Museum geschenkt worden.

Fenster schließen

Trittwebstuhl
Trittwebstuhl

Trittwebstuhl

Im Oktober 2008 wurde dem Museum ein 150 Jahre alter Webstuhl aus hellem Eichenholz geschenkt. Die Seitenteile haben die Maße 170 x 180 cm. Wie wir inzwischen wissen, handelt es sich um eine niedersächsische Bauart. Tatsächlich stammt er nach Auskunft der Vorbesitzerin auch aus der Nordheide. Die Schäfte hängen an zwei Rollenzügen. Nach der Bauart ist er ein 'Flachwebstuhl'. Der Kamm hat die Breite von 120 cm. Für den Schuß wird das Schiffchen wird mit der Hand geführt.

An ihm wurde bis zuletzt gearbeitet. Auch im Museum wird bei Gelegenheit vorgeführt.

Fenster schließen

Mappe des Pfennigmeisters
Mappe des Pfennigmeisters

Die Mappe des Pfennigmeisters

Im latinisierten Spätbarock ist auf dem Beschlag des Schlosses aus Messing die Inschrift "CAPSUL DER LANDEN EVERSCHOP und UTHOLM, ANNO 1755" eingraviert. 'Capsula' bedeutet 'Behältnis'. Diese Ledertasche des obersten Steuerbeamten der Landschaft ist also keine herkömmliche Mappe für Akten gewesen, sondern sie enthielt geldwerte Papiere.

Die Bezeichnung 'Pfennigmeister' stammt aus den Niederlanden: Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bestand auf Eiderstedt das Amt eines Hebungsbeamten und Rechnungsführers. Für die Landschaft gab es jeweils einen für den "Wester-" und den "Osterteil". Sie wurden von den Mitgliedern der Landesversammlung aus deren Mitte auf unbestimmte gewählt. Der Inhaber des Amtes hatte (im 18. Jh.) eine Kaution von 10.000 Mark aufzubringen und mußte über einen Grundbesitz von 100 Demat (rund 50 Hektar) verfügen können.

Der obere Beschlag des Schlosses zeigt unter der Krone des Herrschers die drei Wappenschiffe der Landschaft in 1 : 2 Anordnung, umgeben von Blumen und Ranken.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Aktentasche"

Fenster schließen

Haubarg bei Tetenbüll
Haubarg bei Tetenbüll (Foto)

EIDERSTEDT -
"Haubarg bei Tetenbüll"

Wiedergabe eines Bromsilberpapierabzuges im Format 18x24 cm nach einer Fotografie des Husumer Schulprofessors Gustav Wieding (1864-1913). Er war Lehrer am Königlichen Gymnasium (heute: Hermann-Tast-Schule) und ein beachtlicher Laienfotograf. Auf dem Bilde steht er rechts.

Sein Standquartier an den Wochenenden war Harblek vor Tönning. Zum Fotografieren nahm er oft die Söhne des mit ihm befreundeten Ziegeleibesitzers August Hönck mit. Wieding inszenierte überlegt seine Aufnahmen: Die Personen hat er kompositorisch in das Bild gestellt, der Betrachter gesellt sich ihnen zu - erst zusammen mit diesen erfährt man die Landschaft. Die meisten Aufnahmen entstanden zwischen 1905 und 1910 im östlichen Eiderstedt. Wir wissen nicht, welcher Kamera sich Wieding bedient hat. Er dürfte Plattennegative benutzt haben. Leider ist auch nichts über den Verbleib der Negative bekannt. Es bleibt offen, ob diese 1913 in das damalige Thaulow-Museum in Kiel gekommen sind.

Fenster schließen

Allgemeines Gesangbuch von 1793
Allgemeines Gesangbuch von 1793

"Allgemeines Gesangbuch" von 1793

Das Museum hat einen wertvollen Buchbestand. Zahlreiche Bände davon sind im 18. Jahrhundert gedruckt worden, viele religiösen Inhaltes. Der Pietismus als Gegenreaktion auf die nachlutherische Orthodoxie war in den Herzogtümern Schleswig und Holstein fest verankert.

Das in Altona - der größten dänisch regierten Stadt des Herzogtums Holstein - mit "Privileg des dänischen Königs Christian VII:" gedruckte Gesangbuch ist in roten Samtstoff gebunden und mit einer Silberschließen gefaßt.

Peter Hansen aus Coldenbüttel diente es als Familienchronik. Auf den vorderen und hinteren Vorsatzblättern hat er seine Heirat mit Elsabe Catharine Muhlen 1805 und später die Geburten der Söhne Peter 1806 und Matthias 1808 festgehalten: Daß sie seien "hier Kindt[er] des geraden, dort des Ewigen Lebens um Jesu Christi willen".

Fenster schließen

Eiderstedter Frauentracht
Eiderstedter Frauentracht

Eiderstedter Frauentracht
aus dem frühen 17. Jahrhundert

Die Eiderstedter Tracht hat nur eine kurze Hoch-Zeit im Übergang zum 17. Jahrhundert gehabt. Die Verarmung der Bevölkerung an der Westküste Schleswigs und Holsteins durch die Nöte des dreißigjährigen Krieges ließ sie untergehen. Unsere Kenntnis über ihr früheres Erscheinungsbild ziehen wir aus bildlichen Überlieferungen.

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es Bestrebungen für ihre Wiederbelebung: Der Altonaer Museumsdirektor Dr. Hubert Stierling beauftragte für seine Forschungen den Hamburger Maler Carl Blohm mit Darstellungen nach Epitaphien in Eiderstedter Kirchen. Das Museum besitzt von diesem vier Ölbilder: Das erste zeigt eine Frau in Tracht mit der auch auf Süd-Eiderstedt getragenen dithmarscher Haube (Kagel). Das Vorbild stammt aus Koldenbüttel. Drei Bilder geben Personen des Dirckes'schen Epitaphs von 1591 aus der Oldensworter Kirche wieder. Das objektbild zeigt die "FROVWE JACOBES" mit der Flügelhaube als verheiratete Frau.

Fenster schließen

Japanische Brosche
Japanische Brosche

Brosche mit einer Japanerin

Der flüchtige Blick meint, eine Emaille-Arbeit zu erkennen. Bei näherer Betrachtung der Glasur fällt an dieser eine bezeichnende Sprenkelung auf: Es handelt sich um Porzellan! Dargestellt wird die nach rechts gewandte Halbfigur einer Japanerin mit hochgesteckter Frisur, die nach dem Zeremoniell alter Zeit durch mehrere kunstvoll verteilte Haarpfeile und mit einem Steckkamm gehalten wird. Der Kimono besteht aus goldfarbenem Brokatstoff. Umschlossen wird das kleine Bild von einem vorgewölbten Rahmen, auf welchen die geschickte Hand des Künstlers goldfarbene Linienmuster mit einem Pinsel gezogen hat.

Die im Durchmesser 4,8 cm große Arbeit stammt aus der Zeit des japanischen Kunsthandwerks in der "Meji-Ära", benannt nach dem ersten japanischen Kaiser einer neuen Regierungsform in der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts.

Ein Eiderstedter, den es um 1900 nach Japan verschlagen hatte, schickte den Schmuck nach Haus. Am Ende gelangte er in den dreißiger Jahren ins Museum.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Porzellanbrosche"

Fenster schließen

Mittelalterliche Amphore
Mittelalterliche Amphore

Mittelalterliche Amphore

Im Jahre 1927 fand der Landwirt Peter Claus Clausen aus Süderhöft an der Südwestspitze von Eiderstedt, am Rande eines Priels, einen freigespülten Krug, den er vier Jahre später dem Museum für 5 Reichsmark verkaufte.

Nach Ansicht der Fachleute (u.a. Paul Hartmann, 1975) handelt es sich um rheinische Keramik aus dem 14. Jahrhundert. Im Watt der Nordseeküste - einer vom Meer überspülten ehemaligen Marschlandschaft - sind zahlreiche keramische Funde gemacht und gut dokumentiert worden. Zum Teil stammt diese Töpferware aus kleinen Betrieben auf der Geest, sehr viele Irdenware ist aber auch von weither gebracht worden. Für die Herstellung waren Töpferorte mit nahegelegenen Tonablagerungen die Voraussetzung. Außerdem mußte genügend Brennmaterial vorhanden sein.

Dieser Henkelkrug hatte ehemals zwei Henkel, einer ist abgebrochen, auch an dem sich nach oben verbreiternden Ausguß fehlt eine Hälfte. Dem Kugelbauch sitzt ein hochgezogener Hals mit oberem Ring auf. Kennzeichnend für viele Krüge ist der untere, gewellte Standring. Die horizontalen Drehriefen auf der gelb-weißen Oberfläche sind durch das Formholz beim Drehen auf der Töpferscheibe hervorgerufen worden. Die Tonform ist unglasiert gebrannt worden, der Bruch erscheint rötlich.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Henkelkrug"

Fenster schließen

Senatoren-Sammeldose
Senatoren-Sammeldose

Senatoren-Sammeldose

Im 18. Jahrhundert beruhte die Unterstützung von armen Menschen ausschließlich auf der Sammlung von Sachspenden und Geld. "Armenbüchsen" standen in Gast- und Wirtshäusern, gelegentlich auch an Orten, welche viel passiert wurden, z.B. in Fährhäusern. Almosen sammelte auch die Kirche - bereits im Mittelalter gab es "Opferstöcke", worunter nicht nur Holzkästen für Geld, sondern auch truhenförmige Behältnisse zu verstehen waren. Schon immer wurde beim Gottesdienst auch der Klingelbeutel herumgereicht.

In der Regel leerte man die Sammelbehältnisse Anfang Januar zu Epiphanias. Auf Eiderstedt wurden nur "eingesessene Arme" (also keine Fremden) unterstützt. Die Hilfe erfolgte nicht in großzügiger Weise - dazu fehlte es in der Regel an den Mitteln -, sondern unter strenger Prüfung und gezielt: So erhielt der Schulmeister das Unterrichtsgeld bei Kindern armer Familien oder der Totengräber in Notfällen. Materielle Unterstützung erfolgte oft unmittelbar.

Die hier gezeigte "Senatoren-Sammelbüchse" gehörte einem Mitglied des Tönninger Stadtrates (Senator). Auf der Oberseite ist sie zu Zweidrittel abgedeckt und mit einem Klappdeckel versehen. Die von rechts nach links umlaufende, gepunktete Inschrift lautet: "Andr. Friedr. / Jürgens / Ao 1777".

Fenster schließen

Das Seebad St. Peter
Das Seebad St. Peter

Das Seebad St. Peter

Zwei Ansichten des sich am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelnden Seebades St. Peter: Das "Badehotel" hatte der Gastwirt Friedrich Jensen im Jahre 1877 eröffnet. Diese Darstellung als "Vedute" (eine perspektivische Ansicht) dürfte bereits 1880 entstanden sein.

Darstellungen von Örtlichkeiten als Druck waren seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Der in Verden lebende Zeichenlehrer, Lithograph und Photograph Friedrich Gottlieb Müller hat ein sehr umfangreiches Bildprogramm hinterlassen, wobei er sich auch noch selbst als Verleger betätigte. Häufiger bereiste er Schleswig-Holstein, um hier Ansichten von kleinen Orten zu zeichnen, für welche er mit seinen Drucken guten Absatz fand.

Fenster schließen

Steingut-Teller
Steingut-Teller

Steingut-Teller
in der Keramik-Ausstellung

"Father Matthew predigt Enthaltsamkeit"

Ein achteckiger, weißglasierter Teller, die Fahne mit gekerbtem Rand, reliefiert und mit zwei roten Kreisen umschlossen. Auf dem Spruchband steht (übersetzt): "Möge Gott Euch segnen und Stärke verleihen und gewähren, daß Ihr Euer Versprechen haltet!"

Vorgestellt wird der irisch-katholische Sendungsprediger Theobald Mathew (1790-1856), der als Provinzial der irischen Kapuziner 1858 die "Abstinence Society" (Verein der Alkohol-Abstinenzler) gegründet hatte und in England und Amerika für seinen Ziel predigend warb.

Steingutware kam in der Mitte des 18. Jahrhunderts zuerst aus England.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Steingut-Teller mit Father Mathew"

Fenster schließen

Nivelliergerät
Nivelliergerät

Nivelliergerät

Instrument zur Vermessung in der Geodäsie

Von der Funktion her betrachtet ist es ein Umkehrfernrohr, montiert auf ein Justiergestell. Unter diesem befindet sich, parallel zur Sichtachse, eine Wasserwaage mit Libelle. Die Horizontalausrichtung in der Ebene geschieht durch mehrere Feingewinde an zwei Gestellwinkeln und an den drei Füßen, welche sämtlich durch Rändelschrauben bewegt werden. - Auf der links unterhalb des Fernrohres befestigen Scharfjustierung ist der Name des Herstellers mit der Werknummer eingraviert: "MAX WOLZ-5347". Max Wolz ist seit 1885 Feinmechaniker bei Professor Otto Koll am ersten deutschen Lehrstuhl für Geologie in Bonn gewesen.

Die Höhenvermessung im Gelände wird als Nivellement bezeichnet. Mit dem Fernrohr werden nacheinander zwei Meßlatten anvisiert: Zunächst die auf einem bekannten Höhenpunkt im "Rückblick", danach eine zweite auf dem nächsten Meßpunkt im "Vorblick". Die Differenz zwischen beiden Punkten dient der Höhenbestimmung.

Fenster schließen

Schläfenbrille
Schläfenbrille

Eiserne Schläfenbrille
aus dem 18. Jahrhundert

Eine sogenannte "Schläfenbrille" mit gebogenen, an den Enden in Rundösen abschließenden Bügeln. der Nasenträger und die großen Brillenfassungen aus Draht. Insgesamt ein sehr einfach ausgeführtes Brillengestell aus Eisen. Es sollte preiswert sein. - Die seitlichen Bügel reichten anfangs nicht bis hinter die Ohren, sondern drückten an die Schläfen, die Ösen wurden durch ein Band oder einen Lederriemen um den Hinterkopf herum verbunden.

Die heutigen "Ohrenbrillen" sind eine Erfindung des frühen 18. Jahrhunderts: 1728 warb erstmals der englische Optiker Edward Scarlett für eine solche Halterung, es ist freilich nicht sicher, ob er diese auch selbst erfunden hat. Die ersten Bügel waren sehr kurz, auch die Gelenke haben sich erst allmählich entwickelt. - Das hier gezeigte Gestell hat bereits längere Bügel und stammt wohl erst aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Schläfenbrille 18. Jahrhundert"

Fenster schließen

Alkoventür
Alkoventür

Alkoventür
im Tetenbüller Staatshof, 1926

Ein ansehnliches barockes Portal innerhalb der "god stuv" (Diele oder Wohnstube) des 1590 erbauten Haubargs Schipper im Osterkoog der Gemeinde Tetenbüll auf Eiderstedt. Wegen seiner im 18. Jahrhundert begonnenen anspruchsvollen Innengestaltung wurde dieser bald als "Staatshof" (stattlicher Hof) bezeichnet.

Die Schmucklegende gibt die Erklärung "Fremdenbett", tatsächlich handelt es um das "Ehebett" der Besitzer, das von der Wohnstube zur Küche ausgebaut war. Die Verkleidung ist bald nach dieser bildlichen Erfassung ausgebaut worden, ebenso wie auch zwei bemalte Wandbettfronten aus dem "Vorhüs", von denen sich jetzt eine im Museum befindet.

Die Bettstatt gehörte nicht - wie Tisch, Stuhl, Kommode - zu den Möbeln (lat. mobilis - beweg-lich), sondern war ein festeingebauter Bestandteil im Wohnbereich. Eine Tür als Abschluß galt als anspruchsvoll, meist diente dazu nur ein Vorhang. - Die Bezeichnung "Alkoven" ist arabischen Ursprungs, sie hat sich über das spanische "alcoba" zum französischen "alcove" entwickelt und bedeutet "nischenartiger Nebenraum zum Schlafen".

Das Aquarell hat der Museumsleiter und Konservator Wilhelm Jensen 1926 im Auftrage des Kreises Eiderstedt im Zusammenhang mit einer Bilddokumentation von Tetenbüll angefertigt.

Fenster schließen

Belagerung der Festung Tönning
Belagerung der Festung Tönning

Belagerung der Festung Tönning

Die gottorfer Festungsstadt Tönning wurde während des Nordischen Krieges zweimal belagert: 1700 durch den dänischen König, erneut 1713 durch eine Allianz von Dänen, Russen und Sachsen. Beim zweiten Male mußte sich der schwedische Marschall Magnus Stenbock mit 11.000 Mann in die Festung zurückziehen. Das Ausbrechen von Hunger und Seuchen zwangen ihn bereits nach drei Monaten zur Aufgabe.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus einer Radierung mit französischer Legende: "Le comte de Steenbock, Senateur du Royaume, Maréchal Général de Camp de Suède, se rend prisonnier à FREDERIK IV. ROI de Dannemarck auprès de Tönningen le XVII Mai MDCCXII." - .. übergibt seinen Degen dem dänischen König Friedrich IV. am 17. Mai 1713. - Die Radierung stammt von Christian August Lorenzen, Zeichner der königlichen Akademie der Schönen Künste zu Kopenhagen.

Fenster schließen

Ansicht der Stadt Garding
Ansicht der Stadt Garding

Ansicht der Stadt Garding
in der Mitte des 18. Jahrhunderts

"Garding - J G Schmid sc. 1769"

Der Blick richtet sich von Nordost auf die Stadtsilhouette, welche quer zum Betrachter in ganzer Breite lagert. Aber sie erscheint nur als eine Kulisse im Hintergrund, während die davor gelegene Bildfläche von Feldern und Wegen, rechts mit aufgelockertem Baumstand, ausgefüllt ist. Der vorn links (nach Osten) ziehende Weg führt zum benachbarten Kirchspiel Catharinen-Heerd, zwei radiale Wege führen zur Stadt, der rechte direkt auf die St. Christians-Kirche zu. Deren Turmspitze ist wiederholt erneuert worden, hier zuletzt 1752. Am rechten Rand (Westen) steht die "Dreiherrenmühle" [nicht mehr erhalten], die linke (östliche) wurde erst nach 1965 rekonstruiert.

Die Darstellung des Figürlichen gehört nicht zur Stärke des Künstlers (was sich an den beiden Fuhrwerken und der zu groß geratenen Kuh im Mittelgrund erweist). Vom Kupferstecher Johann Georg Schmid (um 1702-1772) sind sonst nur Ortsansichten in Jütland bekannt. Sie sind alle veröffentlich im "Danske Atlas ..." des dänischen Bischofs Erich Pontoppidan (1781).

Fenster schließen

Museumsgebäude
Museumsgebäude

Das Museumsgebäude

Erst im Jahre 1951 wurde das Haus in der Olsdorfer Straße 6 zum Museum umgebaut. Es ist ein friesisches Langhaus mit zwei Giebelfronten, von denen die eine zur Diele, die andere, die südliche, zur Tenne führte. Das Haus wurde 1752 nach einem Dorfbrand von einem Jacob Eggers errichtet und erfuhr während der folgenden 200 Jahre eine wechselvolle Nutzung: Am Anfang war es Kirchspielskrug, 1778 bewohnte es ein Lehnsmann, 1816 der Tönninger Bürgermeister, kurz darauf richtete Johann Deinert in diesem einen Krämerladen mit Gastwirtschaft ein, welche sich über 100 Jahre gehalten hat, bis 1921 hier eine Zahlstelle des schleswig-holsteinischen Bankvereins einzog und im 2. Weltkrieg Kriegsgefangene inhaftiert wurden.

Das Museum ist ursprünglich 1906 in Tönning in einem alten Giebelhaus neben der Laurentiuskirche begründet worden (siehe auch: www.museen-sh.de "Das alte Museum in Tönning 1915"). 1951 mußte es nach St. Peter(-Ording) verlegt werden.

Fenster schließen

Festtagskleid
Festtagskleid

Festtagskleid
der Eiderstedter Familie Ohling

Ein bodenlanges schwarzes, zweiteiliges Frauenkleid mit Schalkragen, Schärpe und Manschettenärmeln, vielfach besetzt mit Biesen und Spitzen.

Das handgenähte Festtagskleid ist aus feinem Wollstoff genäht, der Rock seidengefüttert. Das Oberteil schließt oben mit einem schmalen, eng anliegenden Stehkragen mit aufgesetzter Tüllspitze ab.

Von diesem verlaufen drei biesenartig geraffte Streifenmuster zur Taille, der mittlere als verdeckte Knopfleiste ausgeführt. Von den vorderen Schultern wird ein sich nach unten verjüngender Schalumhang geworfen, der von der Gürtelschärpe gefaßt wird. Auch dieser ist mit einer Tüllspitze aus Rosetten- und Rankenmuster belegt. Die Armlöcher schließen mit breiter, das Handgelenk verdeckender Spitzenmanschette ab.

Der weitgefaßte, glatt abfallende Rock, lediglich vorn durch zwei obere Falten andeutungsweise gerafft, liegt vor allem hinten breit dem Boden auf.

Das Kleid wurde in der Familie Ohling im Wilhelminenkoog (Eiderstedt) vererbt und im Jahre 1999 dem Museum geschenkt. (Foto: Sönke Ehlert)

Fenster schließen

Depesche von 1870
Depesche von 1870

Eine telegraphische Depesche von 1870

Eisgang in der Eidermündung

Zur Unterstützung der Schiffahrt zum Tönninger Hafen lag seit 1850 vor der Eidermündung - auf Position 54° 13' 37" N, 8° 37' O - das Lotsenschiff "EIDER", dessen Besatzung von Tönning aus gewechselt wurde. Im Februar 1870 hatte winterliche Kälte das Einlaufen in die Eider durch Eisbildung stark behindert. So konnte der Kapitän Melcherts nicht heimkehren, stattdessen wurde er von einem vorüberfahrenden Dampfer nach England mitgenommen. Von Grimsby (an der Mündung des Humber, nahezu in gleicher Breite wie Tönning) kam das hier abgebildete Telegramm vom 12. Februar 1870 an ("aufgegeben um 10 Uhr 15 Minuten"):

"Königliches Lootsen Comptoir / Tönning:
Eider Captain Melcherts gestern / glücklich hier angekommen. / Brieflich mehr.
Woods Grimsby"

Der Inhalt der Depesche wurde über Seekabel zwischen Dover und Calais (bestehend seit 1851) übermittelt. Die Telegraphie des Norddeutschen Bundes war gesetzlich geregelt und durch internationale Verträge an das europäische Fernmeldewesen angeschlossen.

Das Original wurde dem Museum 1915 vom Oberlotsen Möller aus Tönning geschenkt.

Fenster schließen

Armee-Erinnerungskreuz
Armee-Erinnerungskreuz

Schleswig-Holsteinisches Armee-Erinnerungskreuz 1848-1849

Ein eisernes Ordenskreuz, äußerlich ähnlich dem preußischen Ehrenkreuz von 1813, aber mit 38 mm Breite deutlich kleiner als dieses.

Im mittleren Rund links die für das "Herzogthum Schleswig" kennzeichnenden (heraldisch) nach rechts schreitenden zwei Löwen, rechts für das "Herzogthum Holstein" ein Nesselblatt, in gleicher Höhe links die Jahreszahl "1848",
rechts "1849".

Das eiserne Kreuz wurde - kennzeichnend für das patriotische Empfinden im 19. Jahrhundert - am 2. Juli 1850 von der in Kiel residierenden provisorischen Regierung der Herzogtümer gestiftet und an die Angehörigen der während dieser Zeit gegen Dänemark kämpfenden "schleswig-holsteinischen Armee" vergeben. Ihr Befehlshaber war zu Beginn der Augustenburger Prinz Friedrich zu Noer.

Als Material für den Guß wurde das Eisen von den Kanonen an Bord des dänischen Kriegsschiffes "Christian VIII." verwendet. Batterien der preußischen Bundestruppen hatten es im April 1849 vor Eckernförde durch Beschuss versenkt.

Unser Erinnerungskreuz stammt aus dem Nachlaß von David Sammann (1824-1903) aus Tönning, der als 24jähriger am Feldzug teilgenommen hatte. Er war von 1869 bis 1898 Bürgermeister seiner Stadt geworden. Ihm ist eine Vitrine im Obergeschoß gewidmet.

Fenster schließen

Metereologische Messgeräte

Die Abbildung zeigt zwei sogenannte "Tochtergeräte" von Windgebern. Diese erhalten vom Hauptmeßgerät durch elektrische Übertragung den ermittelten Meßwert und zeigen diesen - in unserem Falle - analog an. Die linke Skala gibt die Windstärke in Knoten an (1 sm/h=1,852 km/Stunde), die rechte Skala die Windrichtung in Gradeinheiten("Windrose").

Das Hauptmeßgerät ist der Windgeber, dessen Schalenkreuz vom Wind in Rotation versetzt wird. Es heißt deshalb auch nicht "Windmesser". Die Rotationsgeschwindigkeit wird elektromagnetisch in Impulse umgewandelt und an das Anzeigegerät weitergeleitet. Die beiden kleinen Anzeigegeräte wurden von der Firma Wolters & Möhring, Meteorologische Instrumente, Berlin vor 1970 hergestellt.

Gegenwärtig gilt in der Meteorologie als Maß für die Windgeschwindigkeit "m/sec". Das vorgestellte Gerät stammt jedoch vom meteorologischen Dienst der Bundeswehr (Luftwaffe) und ist nach zwischenzeitlicher Verwendung beim Deutschen Wetterdienst mit anderen Geräten ausgemustert worden.

Fenster schließen

Tausendundeine Nacht (Buch)
Tausendundeine Nacht (Buch)

Tausendundeine Nacht

Sindbad der Seefahrer und andere Geschichten in einer der ersten deutschen Übersetzungen.

"Das berühmteste und beliebteste Märchenbuch der Weltliteratur" (Eppelsheimer) stammt nicht aus einer einzigen Quelle. Es ist eine Sammlung von Märchen, Geschichten und Anekdoten, Legenden und Volkserzählungen aus Indien, Persien, Arabien und Ägypten, welche überwiegend mündlich überliefert worden und in unterschiedlicher schriftlicher Zusammenstellung erhalten geblieben sind.

Die vorliegende Ausgabe im Besitz des Museums ist 1710 in Liegnitz gedruckt worden und vielleicht die erste deutsche Übersetzung überhaupt. Der deutsche Übersetzer ist nicht bekannt, er wird auch in der wortreichen, weitschweifigen Einleitung von Talander nicht genannt. "Talander" war ein Pseudonym für August Bohse (1661-1740), ursprünglich Jurist, der als Rhetorikprofessor galante Romane (dem Stil der Zeit entsprechend in Briefform) und sehr viele Operntexte verfaßt hat. Vielleicht hat dessen Vorliebe für das orientalische Genre seinen Verleger veranlaßt, ihn für eine Auswahl der "Tausendundeine Nacht-Geschichten" ein Vorwort verfassen zu lassen.

Unsere Ausgabe enthält neben der "Historie von Sindbad dem Seefahrer" noch die "Geschichten der 77. bis 165. Nacht". Dieses Buch ist dem Museum 1913 aus Tönninger privatem Nachlaß übereignet worden.

Fenster schließen

Englische Bodenstanduhr ca. 1760
Englische Bodenstanduhr ca. 1760

Englische Bodenstanduhr von ca. 1760

Im 18. Jahrhundert gehörten Bodenstanduhren in England praktisch zur Wohnungseinrichtung und englische Uhrenherstellung war Vorbild in Europa. Diese Uhr weist die gleichen Merkmale wie englische auf, obwohl sie von M.Wied in Satrup hergestellt wurde.

Sie hat ein Langpendel und zwei hängende Gewichte, mit denen sich eine Gangdauer von acht Tagen erreichen lässt.

Das Ziffernblatt besteht aus einer Messingscheibe mit einem breiten Ring, auf dem mit römischen Zahlen die Stunden, am äußeren Rand die Minuten und am inneren Rand das Datum abzulesen sind. Zu jeder vollen Stunde wird eine bronzene Glocke angeschlagen.

Diese Uhr wurde dem Museum 1936 von dem Kapitän W. Thöm aus Flensburg übereignet.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Bodenstanduhr"

Fenster schließen

Rauchfang-Puppenküche
Rauchfang-Puppenküche

Rauchfang-Puppenküche

Charakteristisch für Puppenküchen ab 1850 war die offene Feuerstelle in der Mitte der hinteren Gehäusewand. Weitere Merkmale sind die spielfreundliche trapezförmige Grundform, die eingebauten Schränke für Küchengeräte und die Tellerborde für das Geschirr.

Diese seltene, aufwendig gebaute Küche hat ein Tonnengewölbe und zwei Türflügel mit ovalen Sprossenfenstern und einem Oberlicht. Auf der Rückseite befinden sich rechts und links des Rauchfangs zwei Fenster. Das Geschirr und die Arbeitsgeräte sind dem damaligen Stil nachempfunden, nur weinge Teile sind noch Originale.

1938 schenkte Kurt Tönnies dem Museum diese Küche. Sie stammt von seiner Mutter Caecilie, geb. Hennings, aus der "Einhorn-Apotheke" in Husum.

Fenster schließen

Ringreiterstandarte 1735
Ringreiterstandarte 1735

Standarte der Gardinger Ring-Reiter-Zunft
von 1735

Eine rechteckige Fahne aus blauer, bestickter Seide mit Fransenborte aus Wollfäden. Auf der einen Seite (Avers): Nach links gerichteter uniformierter Reiter mit Kappe, Schärpe und erhobener Lanze auf galoppierendem Pferd. Die ganze Figur aus Leder, aufgenäht. - Auf der Gegenseite (Revers) das Gardinger Stadtwappen in Goldbrokat mit der "1880" aus Goldfäden.

Das "Ringreiten" ist höfischen Ursprungs. Im frühen 18. Jahrhundert wurde der Brauch von Innungen und Landbesitzern aufgenommen. Hierbei versucht ein Reiter im kurzen Galopp mit seiner Lanze einen quer zur Bahn aufgehängten kleinen Ring aufzuspießen. Nach mehreren Durchläufen wird der Sieger zum "König" gewählt. Die Ringreiter-Gilden besitzen eine eigene Fahne. Ihre Abwandlung zur quadratischen Standarte ist dem Feld-(An-)führer vorbehalten.

Die Gardinger "Ring-Reiter-Zunft von 1735" ist die älteste Eiderstedter Gilde gewesen, die den Brauch des Ringreitens ausübte. Es ist nicht festgehalten worden, aus welchem Grunde sie sich auflöste. Nach einer "Willenserklärung der letzten lebenden Mitglieder" vom 01.09.1931 sollte das "noch vorhandene Inventar" dem Museum übergeben werden.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Fahne"

Fenster schließen

Schreibschrank um 1800
Schreibschrank um 1800

Schreibschrank um 1800

Ein dreigeschossiges Schrankmöbel im Empirestil aus Mahagoni-Furnier, bestehend aus einem Oberschrank mit horizontalen Borden und zwei Flügeltüren, einem Schreibsekretär mit reicher Untergliederung sowie einem Unterschrank mit drei über die ganze Breite reichenden Schubkästen.

Im Sekretärteil abgeschrägte Seitenauflagen für eine nach vorn aufklappbare Schreibplatte. Innen sechs offene Fächer, rechts und links je drei kleine Schubladen. Diese Form eines Schreibschrankes wurde auf Eiderstedt auch "Schatulle" genannt.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Schreibschrank"

Fenster schließen

Schreibgeschirr
Schreibgeschirr

Schreibgeschirr (Anfang 19. Jahrh.)

Schreibgeschirr, bestehend aus zwei massiven zylindrischen Behältern aus Messing auf abgestuften Standringen, einer mit Deckel und Kugelknauf, der andere als Sandbüchse von einem flach erhabenen Sieb bedeckt. In das offene Gefäß ist ein gläsernes Tintenfaß einzusetzen (welches verloren gegangen ist).

Das streng klassizistische Gerät stammt aus Seeland (Sjælland), der dänischen Hauptinsel.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Schreibgeschirr"

Fenster schließen

Eiserner Zimmerofen
Eiserner Zimmerofen

Eiserner Zimmerofen (Ende 19. Jahrhundert)

Der eiserne Ofen steht auf einem Sockel, vorn eine flache Eisenplatte als Bodenschutz. Die obere Abdeckung in Form einer Pyramide mit einem quadratischen Einsatz kann abgehoben werden. Die Deckflächen sind durchbrochen, damit die aufsteigende Warmluft austreten kann. Die Seitenwände und die Vorderfront bestehen aus gusseisernen Platten, die Rankenmotive zeigen, seitlich Rosetten. Alle Kanten haben Blattornamente.

Der Ofen kann von oben mit Brennmaterial (Braun-, Steinkohle oder Koks) versorgt werden und geht bei genügender Luftzufuhr nicht aus.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Eiserner Zimmerofen"

Fenster schließen

Silberne Riechdose
Silberne Riechdose

Silberne Riechdose in Herzform

Ein kleines, herzförmiges, silbernes Riechdöschen mit aufgesetzte Krone, der obere Teil ist ein Deckel mit Scharnier und Schnappverschluß. Die Dose enthält einen Duftschwamm.

Obwohl die Dose keine Marke oder Meisterzeichen aufweist, dürfte sie aus einer Goldschmiedewerkstatt an der Westküste Schleswig-Holsteins stammen, wohl aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Solche Döschen waren an der Nordseeküste ein viel gebrauchtes weibliches Zierstück. Sie waren beim Kirchgang und bei Festen ein Schmuckstück, das man sichtbar trug.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Silberne Riechdose in Herzform"

Fenster schließen

Haubenschachtel
Haubenschachtel

Haubenschachtel

Große Spanschachtel mit Deckel aus der Zeit um 1850. Die Spanschachteln waren meist Geschenke unter Brautleuten und wurden seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vorwiegend in Thüringen und Oberbayern angefertigt.

In gelber Schrift am oberen Rand: "Musik versüßt am Abend jede Plage und heiter würzt sie unsere Lebenstage." Über den Personen das Monogramm: 'I F' sowie, schwach erkennbar, der handschriftliche Vermerk: "Garding". Aus Familienbesitz aus Tetenbüll dem Museum geschenkt.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Haubenschachtel"

Fenster schließen

Graue Frau
Graue Frau

Graue Frau

Grabdenkmal für eine 1592 verstorbene Eiderstedterin in niederländischer Tracht aus hellgrauem Sandstein. Nach der lateinischen Inschrift am Sockel "1596 im Alter von 49 Jahren" verstorben. Zuletzt um 1900 im Tönninger Schloßpark aufgestellt, 1924 ins Museum gelangt.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Grabfigur"

Fenster schließen

Abendmahlskelch
Abendmahlskelch

Abendmahlskelch

Silberner Abendmahlskelch aus einem vierteiligen Krankengerät der Kirche St. Peter. Auf der glatten Kuppa in großer Kursivschrift der Stiftervermerk: "Peter Hamkens Rathmann (Gerichtsherr) et Landespfenningmeister 1760". Es ist dies eine Arbeit des Silberschmiedes Friedrich Christian Munch aus Tondern (Meistermarke: "FM").

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Abendmahlskelch"

Fenster schließen

Landesblock von Eiderstedt
Landesblock von Eiderstedt

Große Eichentruhe

Längsovales Truhengehäuse mit schwenkbarem Deckel. Aufgebaut aus Bohlen zwischen Baumstümpfen für die Schmalseiten und Füße, der Korpus ist ringsherum in dichter Folge mit starken Eisenbändern armiert. Einige bilden zugleich Scharniere und Deckelhalter. Ein äußeres eisernes Hängeschloß ist noch vorhanden. Die Konstruktion fällt aus dem Rahmen der seinerzeit üblicher Kirchentruhen.

Die Herkunft ist ungeklärt. Erstmals wird die Truhe in der Kirchenchronik von St. Peter erwähnt: "Die große Lade, von unbekanntem Alter, ist wegen eines 1687 vor Michaelis geschehenen Diebstahls mit sehr großen und seltenen Schlössern versehen."

Karl Heinrich von Stülpnagel: Der Landesblock von Eiderstedt.
Ein bisher unbekannter Möbeltyp des Mittelalters. (PDF-Dokument)

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Große Eichentruhe"

Fenster schließen

Maurischer Krug
Maurischer Krug

Maurischer Krug

Maurischer Henkelkrug aus der Spätphase der arabischen Besetzung Spaniens, bestehend aus grau-rötlichem Scherben mit blauer Lüsterbemalung.

Gefunden im März 1931 vom Museumsleiter Jensen bei einer Wattbegehung im Brunnenloch einer im Meer untergegagenen Warft vor Kating/Eiderstedt.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Krug"

Fenster schließen

Grossraederuhr
Grossraederuhr

Großräderuhrwerk

Erstes Räderuhrwerk der St. Christians-Kirche in Garding, im Gebrauch bis 1907, dann wurde es durch ein neues mechanisches Werk ersetzt.

Eines der ältesten Räderuhrwerke im deutschsprachigen Raum. Ein (fraglich usprüngliches) Pendel von drei Meter Länge ist erhalten, im Museum wurde es zur Demonstration durch ein Kurzpendel ersetzt. Das Werk ist nach der Restaurierung (2003) voll gangfähig.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Großräderuhrwerk"

Fenster schließen

Silberpokal
Silberpokal

Silberpokal des Prinzen Friedrich Augustenburg

Dankgeschenk des Prinzen Friedrich von Schleswig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg, gen. zu Noer (1800-1865), für den "Commandeur" und 25 weitere Teilnehmer seines ehem. Ordonnanzcorps während der Zeit als Befehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee (März bis September 1848). Die 26 Reiter hatten sich während der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Dänemark und Schleswig als Freiwillige aus Eiderstedt zur Verfügung gestellt.

Der Pokal wurde erst zwölf Jahre später in Hamburg übergeben. Über die Umstände gibt es keine schriftlichen Belege.

Gemäß Schenkungsverfügung sollte der Pokal "an die Landschaft Eiderstedt" übergehen, wenn es nur noch "zwei Überlebende" geben sollte. Die politische Entwicklung ließ 1867 die "Landschaft" in dem preußischen Kreis Eiderstedt aufgehen. Der Pokal wurde seitdem vom Landrat aufbewahrt. 1951 gelangte er als Leihgabe in das Museum.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Silberpokal des Prinzen Friedrich Augustenburg"

Fenster schließen

Siegelring
Siegelring

Siegelring

Landschaftssiegel von Eiderstedt seit 1613. Durch den Zusammenschluß der "Dreilande", d. h. der drei Harden Everschop, Eiderstedt und Utholm nach abgeschlossenem Deichschluß 1613 entstand die "Landschaft Eiderstedt". Aus diesem Anlaß kam der Siegelring in Gebrauch. Das Wappen zeigt die drei Koggen der ehemaligen Schiffsharden.

Der Siegelring wurde bis in die Gegenwart von der Verwaltung aufbewahrt und kam durch Kreistagsbeschluß Ende 2004 in den Besitz des Museums.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Siegelring"

Fenster schließen

Schrankvitrine
Schrankvitrine

Schrankvirtrine

Eintürige, auf hohen Beinen stehende schmale Schrankvitrine in neuklassizistischem Stil. Dreiseitig verglast bis auf die Sockelzone. Innen zwei Glasborde und ein Holzbord. Alle Schauflächen mit Mahagonifournier, poliert. Aufgelegtes Messingdekor: Fünf Rosetten am Architrav, auf der unteren Türfläche (Sockelfeld) eine Darstellung der Venus.

Die Vitrine entspricht dem Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Stifterfamilie lebte seit 300 Jahren in Kotzenbüll. Nach dem Tode des Ehemanns vermachte die Witwe 1932 ein umfangreiches Legat aus Familienbesitz dem Museum. Zu diesem Nachlass gehört auch die Vitrine.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Schrankvitrine"

Fenster schließen

Glaspokal
Glaspokal

Glaspokal

Ein großes ungefärbtes Trinkglas, ein "Römer", mit eingraviertem Monogramm unter einer Herzogskrone, "CF/FC" für Carl Friedrich, auf der Gegenseite in Versalien "VIVAT". Die Widmung erinnert an Herzog Carl Friedrich von Holstein-Gottorf (1700-1739).

Der Pokal gehörte wahrscheinlich nicht zum herzoglichem Besitz. Der Typ des "Römer"-Glases stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde als Trinkgefäß für Wein gebraucht.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Glaspokal"

Fenster schließen

Teekanne
Teekanne

Teekanne

Teekanne aus englischem Steingut (gebrannt, handgemalt, Unterglasurmalerei), Biedermeier 1. Hälfte 19. Jahrhundert. Deckelknauf als Blütenknospe. Henkel und Tülle tragen ein Reliefdekor. Blumendekor als Unterglasurmalerei mit stilisierten Blüten zwischen Ranken.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Teekanne"

Fenster schließen

Tabakskasten

Tabakskasten

Achteckiger, quadratischer Holzkasten mit geschweifter Wandung, Scharnierdeckel und Schloss, Mahagonifurnier, aus dem 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Behältnis für Pfeifentabak, welches in seiner Zeit zur Ausstattung eines "Herrenzimmers" gehörte. Aus dem Nachlass der Familie Römer/Becker aus Kotzenbüll.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Tabakskasten"

Fenster schließen

Bügeleisen

Bügeleisen

Bügeleisen aus schwerem Messingguss aus dem 18. Jahrh. Es handelt sich um ein sogenanntes "Kasten-Bügeleisen", das an der Hinterseite durch einen im Scharnier beweglichen Deckel geöffnet wird, um einen gusseisernen Bolzen einzulegen, der zuvor im Feuer erhitzt wurde. Gebügelt wurde solange dieser auseichend Wärme abgab.

Auf der Oberfläche ist quer zur Längsrichtung der einstige Besitzer in Versalien vermerkt: "EICKE / HANSZ / MEVERS / 1762".

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Bügeleisen"

Fenster schließen

Steinschloßpistole
Steinschloßpistole

Steinschloßpistole

Pistole mit Zündmechanismus mit einem Feuerstein ("Flintschloß") und Ladestock (Vorderlader), eine schwergewichtige Handfeuerwaffe aus dem 18. Jahrhundert. Der eingravierte Name der Manufaktur ist nur zur Hälfte lesbar, angegeben ist daneben 'Hamburg'. Auf der Außenseite des Holzgriffes hat der Besitzer ein persönliches Zeichen eingeritzt. Die Holzteile werden durch Messingbeschläge eingefasst

Der Besitzer der Waffe stammte aus Kotzenbüll/Eiderstedt und diente als Leutnant bei der Infanterie im "Fühnischen Regiment" der dänischen Armee.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Steinschloßpistole"

Fenster schließen

Badekarren
Badekarren Nachbau Badekarren historisch

Badekarren

Nachbau eines historischen Badekarrens. Der Badekarren war eine hölzerne Umkleidekabine mit zwei oder vier Rädern, die ans Wasser gezogen wurde und die Möglichkeit bot, sich in schicklicher Weise umzuziehen um dann zu baden.

Zuerst gab es Badekarren in England, dann, um 1800, auch in Deutschland auf Norderney. In St. Peter waren Badekarren bis zum Bau der Badbrücke im Einsatz.

Fenster schließen

Abendmahls-Weinbehälter

Abendmahls-Weinbehälter

Kleines achteckiges Behältnis mit Schraubdeckel für den Wein zum Abendmahl. Aus einem vierteiligen Abendmahlsgerät: Kelch, Weinbehälter, Oblatendose, Oblatenteller, bestimmt zur Versorgung Kranker, gestiftet der Kirche in St. Peter.

In umlaufender Schrift der Stiftervermerk:
"Peter Hamkens Rathmann
et Landespfenningmeyster 1760".

Es ist dies eine Arbeit des Silberschmiedes Friedrich Christian Munch aus Tondern.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Abendmahls-Weinbehälter"

Fenster schließen

Riechfläschchen
Riechfläschchen

Riechfläschchen

Riechdosen waren seit der Mitte des 18. Jahrh. ein viel verwendetes Schmuckstück. Dieses Exemplar stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ist aus gepresstem Messingblech mit einer kleiner die Öffnung, die mit einem Stöpsel verschlossen ist. Die Gefäßoberfläche ist mit Ornamenten verziert.

Weitere Informationen:
www.museen-sh.de: "Riechfläschchen"

Fenster schließen

Flügelspinnrad

Flügelspinnrad

Ein Spinnrad um 1800 mit Flügelspindel und Fußantrieb. Das Spinnrad war bis 1907 im Besitz der Familie des Tönninger Hafenmeisters und wurde von der Stadt Tönning auf einer Auktion für das Museum ersteigert.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Flügelspinnrad"

Fenster schließen

Talerdose
Talerdose

Talerdose

Eine sogenannte "Talerbörse" aus der 2. Hälfte des 18. Jahrh., zylindrisch geformt aus Messing mit zwei aufschwenkbaren Deckeln, im Innern durch eine Trennwand aus Eisenblech in zwei Hälften geteilt, mit getriebenem Dekor auf der Wandung, einer der Deckel ist mit Rosetten durchbrochen.

Solche Börsen dienten wohl nicht zum Gebrauch im Alltag, sondern waren beispielsweise "Verlobungsgaben des Bräutigams". Aus dem Besitz eines Schuhmachermeisters in Tönning.

Weitere Informationen: www.museen-sh.de: "Talerdose"

Fenster schließen